Worin besteht der Unterschied zwischen ERP-Systemen, Warenwirtschaftssystemen und CRM-Systemen?

Und was, bitte schön, ist PPS oder ein Handwerker Packet?

ERP-System

Der große Unterschied dieser Systeme ist die Herkunft, aus denen sie entstanden sind. Sogenannte PPS-Systeme sind der Vorläufer der heutigen ERP-Systeme. Wenn man das Wort PPS-System in seine Bestandteile zerlegt, so heißt dieses (PPS) Produktions Planungs System. Damit ist auch klar, woher die ERP-Systeme stammen. ERP bedeutet Enterprise Resource Planing, auf Deutsch Planung der Produktionssteuerung. Und genau hier haben ERP-Systeme ihren besonderen Ansatz. ERP-Systeme sind dafür ausgelegt, die Produktion eines Unternehmens zu planen. Dieses fängt beim Auftragseingang an, in dem der Auftrag geplant wird und die entsprechenden Materialbedarfe ermittelt werden. Diese werden selbstverständlich in entsprechenden Listen oder Ansichten den Einkäufern zur Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt. Hierbei kann ebenso auf verschiedene Maschinenstraßen oder –typen für die Einzel- oder Serienfertigung zurückgegriffen werden. Natürlich beinhaltet ein modernes ERP-System nicht nur die Produktionssteuerung (hier wird zwar der besondere Fokus draufgelegt) sondern auch Rechnungswesen (Auftragsverwaltung und Abwicklung).

Einer der wichtigsten Merkmale ist die sogenannte BDE (Betriebsdatenerfassung)

In dieser BDE werden die Daten der Personalzeiterfassung (PZE) für bestimmte Kostenstellen sowie die Maschinen- oder Produktionsgänge erfasst, um eine möglichst genaue Vorkalkulation zu erreichen. Natürlich wird die Betriebsdatenerfassung dafür verwendet, um seine realen Kosten zu einem Produkt zu erfassen. Dieses ist dann selbstverständlich für die Nachkalkulation genauso wichtig.

CRM

Des Weiteren gehören zu einem modernen ERP-System das sogenannte CRM (Customer Relationship Management). In diesem CRM, was nichts Anderes bedeutet wie Kundenpflege, werden die Kunden oder Kontakte gepflegt, z. B. wann ist das letzte Angebot verschickt worden, wann frage ich dieses Angebot nach oder wann hat der Geschäftsführer Geburtstag oder Jubiläum? All diese Dinge sorgen dafür, dass wir ein optimales Kundenverhältnis aufbauen können. Deswegen ist CRM in vielen ERP-Systemen oder Warenwirtschaftssystemen zu finden.

Typische Vertreter für ein ERP-System sind „Demand Software Solutions“ oder „SAP“ oder „Microsoft Dynamics“.

Warenwirtschaftssysteme

kommen im Allgemeinen aus dem Handel oder aus dem kleinproduzierenden Gewerbe. Die Besonderheit ist, dass hier die Produktionsplanung selten oder gar nicht berücksichtigt ist. Dennoch können solche Dinge, wie Tourenplanung oder auch Lagerverwaltung, in diesen Systemen vorkommen. Der Fokus der Warenwirtschaftssysteme liegt im Abverkauf von produzierter oder gekaufter Ware. Häufig sind diese Systeme mit einer Form von offener Postenverwaltung gekoppelt. In fast allen Systemen gibt es Schnittstellen, die eine Übergabe an ein Rechnungswesen ermöglichen. Ob dieses jetzt direkt vom Hersteller der Software oder von einem Fremdanbieter geliefert wird, ist dabei nicht das große Problem. Fast alle Systeme haben standardisiert eine Datev-Schnittstelle, über die jederzeit eine Buchhaltung oder ein Steuerberater angesprochen werden können.

Typische Vertreter sind „SelectLine“ oder „Sage“ oder „KHK“ oder „Lexware“.

Handwerker-Pakete

Das dritte System im Bunde, was wir noch nicht erwähnt haben, sind sogenannte Branchenlösungen oder Handwerker-Pakete.

In diesen Systemen werden software-technisch speziell auf die Unternehmen und ihre Bedürfnisse eingegangen, z. B. Bauprogramme. Hier gibt es besondere Regularien, um z. B. an öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen. Diese Regularien sind von Haus aus in solchen Software-Produkten verankert. Was es dem Handwerker leichter macht, seine Angebote, Lieferscheine und Rechnungen zu erstellen. In den seltensten Fällen wird hier eine Produktionsplanung zu finden sein.

Typische Vertreter hier sind „TopKontor“ oder „Lexware“.